1981: In der Dorfstrasse 14 war zeitweise ein Konsum untergebracht (grosse Fensterscheibe)

 

Der Konsum – Einkaufen im Herzen des Dorfes

 

Auch in Zarenthin gab es – wenn auch mit wechselndem Standort – einen eigenen Konsum. Ursprünglich war dieser im Gasthof untergebracht, wo die Familie Bock zwei Zimmer – einen Verkaufsraum und ein kleines Lager – zur Verfügung stellte. Die erste Verkäuferin war Frau Marschke, eine feste Größe im Dorfalltag.

 

Mit der Gründung der LPG und dem gestiegenen Eigenbedarf der Familie Bock zog der Konsum um. Eine neue Bleibe fand sich bei Zanders im Altenteil – dort wurde ein Verkaufsraum samt Lager hergerichtet und sogar ein Schaufenster in die Hauswand eingebaut – eine kleine Sensation im Dorf.

 

Im Laufe der Jahre wurde der Laden von mehreren Frauen geführt – darunter auch Frau Przybilla aus Döllen. Einmal versuchte sich auch ein Herr Kobo an der Leitung, doch das Dorf war skeptisch – und behielt recht. Schon nach wenigen Monaten wurde ihm das Geschäft wegen Insolvenz wieder entzogen.

 

Trotz aller Umzüge und Wechsel war der Konsum ein wichtiger Anlaufpunkt. Für den täglichen Bedarf bekam man hier fast alles, was es damals gab. Besonders beliebt und praktisch: Brot zum Verfüttern – für nur 0,76 DDR-Mark pro Laib, günstiger als beim Bäcker. Viele Bauern kauften regelmäßig einige Brote für ihre Tiere.

 

Auch wenn das Einkaufen mit Marken zu meiner Zeit schon vorbei war, erinnere ich mich gut daran, dass es lange Zeit nur ein Stück Butter pro Person und Woche gab. Dennoch war die Freude groß, wenn es gelegentlich Fischfilet gab: Als gefrorener Block angeliefert, wurde dieser rasch portioniert und verkauft – ein echter Leckerbissen.

 

Der Konsum war nicht nur Laden, sondern Treffpunkt und Versorgungszentrum – ein kleines Stück gelebte Alltagsgeschichte.

 

Quelle: Erhard Rensch

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